Nordische Kiefer – Ein Problemholz?


Kiefernholz hat im Blockhausbau hat sich schon lange etabliert. Speziell in den nordischen Ländern Europas und Sibirien steht die Kiefer in grosser und ausreichender Menge zur Verfügung. Weitere Vorteile der Kiefer sind ihr gerader Wuchs, ihre Resistenz und ihre Dauerhaftigkeit.


Bei all den Vorteilen von Kiefernholz, einen kleinen Nachteil gibt es dennoch: der hohe Harzgehalt von Kiefernholz. Für denjenigen, der das Holz verbaut, ist der Harzgehalt kein Kriterium. Für denjenigen, der den Anstrich gestaltet, ist der Ausfluss von Harz aber umso schwerwiegender.


Harz besteht aus Kolophonium, ätherischen Ölen und den Lösemitteln, den sogenannten Terpenen (Terpentin und Dipenten). Es ist hellgelb bis dunkelbraun, zähflüssig bis flüssig. In der Hauptsache sind die Aststellen der Hauptaustrittspunkt des flüssigen Baumharzes. Der Harzaustritt ist eine natürliche Eigenschaft der Kiefer, bringt jedoch anstrichtechnisch Probleme mit sich. Austretendes Harz verklebt und verschmutzt die Fassade und erschwert dadurch das Streichen. Oder es können sich unter dem Anstrich Harzblasen bilden, die platzen und den Anstrichfilm durchbrechen.


In der Forschungsabteilung der Firma Maurolin AG/Diotrol AG wurde dieses Problem in umfangreichen Tests eingehend untersucht. Die Versuchsreihe auf nordischer Kiefer bestand aus verschiedenen Anstrichaufbauten: Imprägniert, lasiert, deckend, ein- und mehrschichtig sowie mehrfarbig. Variiert wurde die Belastungstemperatur von 40° - 75°C, sowie die Testdauer von 24 Stunden bis 8 Tage.


Das Ergebnis: Bei allen Anstrichaufbauten zeigte sich, im Vergleich zu unbehandeltem Holz, dass der Harzfluss bis 40°C relativ stabil blieb. Ab 45°C traten die ersten Ausschwitzerscheinungen in Form von kleinen Tröpfchen auf. Ab einer Temperatur von 60°C traten die ersten fliessenden Ströme aus den Aststellen, sowie aus dem gesamten Holzgefüge und tropften über die gesamte Fläche.


Bei keinem der Versuchsanstriche konnte dieser Vorgang verhindert werde. Es zeigte sich jedoch, dass die Dicke der Farbschicht und die Farbwahl wesentliche Rollen spielen.

Bei einer zu dicken Farbschicht im deckenden Bereich entstehen Blähblasen, gefüllt mit flüssigem Harz. Zudem fällt der Harzaustritt bei deckenden Anstrichen sofort ins Auge. Ebenso ist der Farbton von grosser Bedeutung. Je dunkler der Farbton, desto grösser ist die Aufheizung (bis 80°C) und desto stärker und flüssiger ist der Harzfluss.


Daher ist es ratsam, schon vor der Verarbeitung des Kieferholzes eine Selektion zu treffen. Die Anstrichproblematik muss mit dem Planer respektive Holzbauunternehmer besprochen werden. Beim Anstrich sollte man einen möglichst hellen, lasierenden Farbton wählen. Zudem sollte auf eine nicht allzu dicke Auftragsschicht geachtet werden. (MS/sky)

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